Aus einer kleinen Wucherung (Polyp) auf der Darmschleimhaut kann im Laufe von Jahren Krebs entstehen. Die Koloskopie (= Dickdarmspiegelung) mit Entfernung der evtl. vorhandenen Polypen ist die einzige Möglichkeit, dem Darmkrebs vorzubeugen. Diese Untersuchung wird schmerzfrei unter einer Kurznarkose ambulant durchgeführt.
Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Vorsorgekoloskopie ab dem 55. Lebensjahr alle 10 Jahre.
Eine weniger zuverlässige Suchmethode für Polypen und Darmkrebs ist der Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl (= Hämoccult-Test). Stuhltests erfassen nur 30 Prozent der Fälle von Polypen oder Darmkrebs, denn nicht jeder Tumor geht mit einer chronischen Blutung einher.
Der Test wird an drei aufeinanderfolgenden Stuhlproben durchgeführt. In der Apotheke sind seit kurzem immunologische Stuhltests zu erwerben, die der Patient selbst zuhause durchführen kann. Ein positiver Nachweis von Blut zieht immer eine Darmspiegelung nach sich.
Der Hämoccult-Test wird ab dem 50. Lebensjahr jährlich von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Menschen aus Familien mit einer erhöhten Rate an Krebserkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Sollten Familienmitglieder in mehr als zwei Generationen an Krebs erkrankt sein oder einer davon unter 45 Jahre alt gewesen sein, bzw. ein Mitglied an mehr als einer Krebsart leiden (z. B. Brust- und Darmkrebs), so erhöht sich das Risiko für alle anderen Mitglieder dieser Familie.
Diese Angehörigen müssen frühzeitig und engmaschig untersucht werden, um
dem Krebs vorzubeugen. Um diese Familien bestmöglich zu beraten besteht eine
enge Kooperation mit dem genetischen Zentrum München.
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