Die effektivste Methode der Krebsfrüherkennung ist die Koloskopie. Nach einer gründlichen Reinigung des Darms mit einer speziellen Spüllösung (je nach gewähltem Präparat zwei bis vier Liter) am Tag vor der Untersuchung sowie am Morgen des Untersuchungstages kann die Darmspiegelung am nüchternen Patienten durchgeführt werden. Durch eine spezielle „Koloskopiehose“ hindurch wird das ca. 150 cm lange und 15 mm dicke Gerät am sonst bekleideten Patienten in den After eingeführt. Mit einem flexiblen dünnen Schlauch mit einer Videokamera an der Spitze werden der gesamte Dickdarm und ein Teil des Dünndarms eingesehen. Der Patient liegt währenddessen bequem auf dem Rücken und erhält über eine Venenverweilkanüle eine Beruhigungspritze. Die Untersuchung ist für den Patienten schmerzfrei und dauert in der Regel nur einige Minuten.

Entdeckt man bei der Darmspiegelung Polypen (=Krebsvorstufen) , werden diese ebenfalls schmerzlos direkt entfernt. Je nach Größe des Polypen erfolgt dies mit einer Zange oder einer kleinen Metallschlinge. Selten auftretende Blutungen können durch Injektion von Medikamenten oder Anbringen von Metallklammern sofort gestillt werden. Jeder abgetragene Polyp wird zur mikroskopischen Untersuchung eingeschickt. Nach der Untersuchung schläft der Patient noch kurz aus und kann danach sofort wieder normal essen. Die Darmspiegelung kann problemlos ambulant durchgeführt werden - vorausgesetzt, der Patient wird von einem Angehörigen abgeholt, da er 24 Stunden nach der Spritze nicht selbst am Straßenverkehr teilnehmen darf.
Die Koloskopie im Darmzentrum Chiemgau wird ausschließlich von sehr erfahrenen Untersuchern durchgeführt. So werden z. B. im Klinikum Traunstein jährlich ca. 2.500 Koloskopien mit ca. 450 Polypen-Entfernungen durchgeführt. Dabei kommen modernste Videoendoskope zum Einsatz.
Verletzungen (Perforation) der Darmwand kommen in sehr seltenen Fällen vor. Sie können zum Übertritt von Darminhalt und Bakterien in die Bauchhöhle führen und eine Operation nötig werden lassen.
Blutungen der Darmwand kommen mit einer Häufigkeit um 1:1.000 vor. In der Regel lässt sich die Blutung durch Unterspritzung oder andere Verfahren während der Koloskopie stillen.
Mit dem Einschwemmen von Darmbakterien in die Blutbahn mit der Folge einer Sepsis („Blutvergiftung“) ist mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1:10.000 zu rechnen. Bei dieser gefährlichen Komplikation wird die Gabe von Antibiotika nötig.
Aus verschiedenen Gründen (zu hohe Dosierung der Beruhigungsmittel, vegetative Reaktionen, allergische Reaktion auf verabreichte Medikamente) kann es zu einer Störung der Atem- und Herz-/Kreislauf-Funktion bis hin zum Herzstillstand kommen (insgesamt ca. 1:2.000). Hier sind im Extremfall Wiederbelebungsmaßnahmen nötig.

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