Wird der Darmkrebs in einem frühen Stadium erkannt, ist die Erkrankung durch eine Operation heilbar, in Ausnahmefällen sogar durch eine Tumorentfernung im Rahmen einer Darmspiegelung (Polypektomie).
Im Rahmen der Operation wird der betroffende Darmabschnitt mit einem Sicherheitsabstand im sicher gesunden Gewebe entfernt. Zusätzlich wird das angrenzende Bindegewebe mit den Lymphknoten entfernt. In der Regel können die beiden verbleibenden Darmteile danach wieder vernäht werden, so dass die Speisepassage durch den Darm auf normalem Wege erfolgen kann. Im Darmzentrum Chiemgau gelingt in über 90 Prozent der Fälle die Erhaltung des Schließmuskels und der Verzicht auf einen dauerhaften künstlichen Darmausgang (Stoma). In der Regel wird die Operation laparoskopisch durchgeführt, d. h. mit der "Schlüssellochtechnik".
Erfolgreiche Darmkrebsoperationen setzen viel Erfahrung des Chirurgen voraus. Besonders die Operationen am Enddarm sind sehr anspruchsvoll. Einerseits muss der Darm mit seinen umgebenden Lymphgefäß- und Lymphknotenstrukturen komplett entfernt werden, andererseits müssen die in unmittelbarer Nähe liegenden Strukturen und Funktionen von Harnblase und Sexualorganen geschont werden.
Beim Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) besteht eine besondere Situation. Liegt der Tumor sehr tief oder ist er sehr groß, so wird vor der Operation eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie durchgeführt ("neoadjuvant"), um den Tumor noch vor der Operation zu verkleinern. Internationale Studien belegen, dass auf diese Weise das Wiederauftreten des Tumors nach der Operation seltener vorkommt. Sechs Wochen nach der neoadjuvanten Strahlen- und Chemotherapie wird die Operation durchgeführt.
Ab einem bestimmten Tumorstadium wird Patienten mit Dickdarmkrebs zur Verbesserung der Heilungsaussichten nach der Operation eine Chemotherapie angeboten. Dadurch erhöht sich in diesen Situationen die Chance auf Heilung und Tumorfreiheit deutlich.
Wie bei jedem bösartigen Tumor können Metastasen (Absiedelungen) an anderen Stellen im Körper auftreten. Bei Darmkrebs stehen als Metastasierungsorte Leber und Lunge im Vordergrund. Bestehen bereits bei Diagnosestellung Metastasen, ist das Vorgehen sehr stark von deren Größe und Anzahl abhängig. Falls die Absiedelungen nicht operativ entfernt werden können, erhalten die Patienten nach Entfernung des Darmtumors eine Chemotherapie. Bei Ansprechen der Chemotherapie können bei diesen Patienten unter Umständen die Metastasen ebenfalls operativ entfernt werden.
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